Heute möchte ich über das Vergleichen schreiben und auch einen kurzen Schwenk zu den Glaubenssätzen machen. Denn ist es nicht so, dass diese beiden Themen eng mit einander verknüpft sind?
Aus Glaubenssätzen heraus vergleichen wir uns und durch das Vergleichen (insbesondere den negativen Selbstvergleich) entstehen Glaubenssätze oder werden genährt. Ein Teufelskreislauf, wie er im Buche steht.
Geh doch eben einmal in dich. Stelle dir dabei folgende Frage. Beantworte sie spontan, ohne lange zu überlegen. Nimm die Antwort wie sie kommt und sei es nur ein leises Gefühl von „erwischt“.
Was überwiegt in deinem Leben? Der positive, oder der negative Selbstvergleich?
Bei den meisten Menschen, inclusive mir selbst, überwiegt der negative Selbstvergleich. Er dominiert das Leben der meisten, ganz unabhängig davon, wo sie gerade persönlich, spirituell oder beruflich stehen.
Was ist ein negativer Selbstvergleich? Es ist ein Vergleich mit einem anderen, bei dem wir selbst grundsätzlich mies abschneiden. Also sprich der andere ist schöner, schlauer, wohlhabender, bewusster, erfolgreicher, gesünder, glücklicher, einfach insgesamt so viel besser als ich.
Warum ist das so? Aus welchem Grund denken wir auf diese Weise?
Ganz einfach:
Die Funktionsweise unseres Gehirns folgt dieser Logik. Dieser Mechanismus hat, zusammen mit anderen auf die ich auch noch eingehen werde, für lange lange Zeit dafür gesorgt, dass wir überleben.
Das Programm dem unser Denken folgt, nennt sich Negativitätsbias. Ein Bias ist eine Verzerrung unserer Wahrnehmung, eine Verschiebung in eine bestimmte Richtung. In diesem Fall bedeutet es, dass unsere Wahrnehmung dahingehend verlagert ist, Negatives intensiver hervorzuheben. als Positives. Das kann deine Erfahrungen betreffen, deine Lebensumstände und es kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn du dich mit anderen vergleichst.
Hier kommen auch die Glaubenssätze ins Spiel, denn es bedeutet, dass negative Glaubenssätze besser gefüttert werden, als positive, da sie uns bewusster sind.
So weit so schlecht, also ;)
Wenn dein Freund dir etwas nettes sagt, stehen demgegenüber die unzähligen nicht netten Dinge, die du sonst so in deinem Alltag bemerkst, die dich darin bestätigen, dass du einfach nicht gut genug bist.
Da schlägt uns unsere Wahrnehmung ein weiteres Schnippchen. Denn unser Gehirn liebt Muster. Ja, es liebt sie. Deshalb sucht es sie auch wo es kann. Es denkt in Mustern, den ganzen Tag. Dein Bewusstsein gibt dabei die Muster vor. Im Klartext heißt das. wenn du an etwas bestimmtes denkst, wird dein Gehirn dafür sorgen, dass deine Wahrnehmung dahingehend geschärft wird. Möchtest du beispielsweise ein Auto kaufen und dir schwebt ein bestimmtes Modell vor, dann wird dein Gehirn dafür sorgen, dass du dieses eine Modell ab jetzt immer bemerkst. Achtung: Auch eine Nichtanweisung ist eine Anweisung. Sprich du denkst „bitte kein silbergraues Auto“ und dir begegnen nur noch silbergraue Autos.
Das Gehirn kennt kein „nicht“. Es denkt zu Recht: „Was soll das sein, ein Nicht?“
Dein Gehirn liebt auch dich, auf seine Weise und es möchte dir unbedingt dabei helfen, Muster zu bemerken die dir offenbar gefallen. Also der Gedanke „ich bin so ein schlechter Mensch“ der braucht ja auch eine Bestätigung im Außen, oder? Das Gehirn tut dir also nur einen Gefallen, wenn es Muster sucht, die dich bestätigen und es sorgt dafür, dass du diese auch erkennst.
Zudem sind Menschen ja bekanntlich Gewohnheitswesen. Das liegt daran, dass wir unbedingt Energie sparen wollen. Denk daran, als du das erste Mal etwas getan hast. Ein Instrument gespielt, ein Auto gefahren, Essen gekocht. Es erforderte deine volle Aufmerksamkeit und Präsenz. Jetzt nachdem du es viele Mal gemacht hast, fällt es dir so leicht, dass du beim Kochen deine Mails checken oder telefonieren kannst.
Das ist sehr gut, denn es spart uns Unmengen an Energie ein. Allerdings passiert dabei noch etwas anderes. Das Programm ist oft nicht mehr so einfach unterbrechbar und korrigierbar.
Nehmen wir also diese drei Dinge zusammen: Unser Gehirn gewichtet Negatives stärker als Positives, es liebt Muster und spart Energie durch Automatismen.
In früherer Zeit hatte diese Dreiheit das Potential unser Leben zu bewahren. Tag für Tag. Wenn ich automatisch Beeren pflücken kann, ohne, dass es meine volle Aufmerksamkeit, sprich Energie braucht, dann habe ich Kapazitäten frei. Die kann ich dann nutzten, um meine Umgebung dabei zu scannen, auf meinen Nachwuchs zu achten, und vieles mehr. Ein Rascheln im Gras ist dann vielleicht ein Muster, das mich aufmerken lässt, denn ich habe die (negative) Erfahrung gemacht, dass das auf die Anwesenheit einer Schlange hindeuten kann. So… ich glaube du verstehst, was ich meine.
Jetzt werden viele von euch wieder denken: Das weiß ich längst alles.
Ja, das mag sein. Aber weißt du denn auch, wie du diese Funktionsweisen nutzen kannst, um negative Selbstvergleiche zu stoppen und Glaubenssätze aufzuspüren?
Das will ich dir nämlich jetzt verraten. Die Genialität liegt in der Einfachheit. Die Herausforderung ist allein, dass du es tun musst, dass es wirkt.
Es braucht neue Aufträge nach denen dein Gehirn Muster bilden und künftig erkennen darf. Dazu ist es wichtig erst einmal die Spiralen, in denen du dich zuvor befunden hast zu erlösen.
Dabei helfen uns unsere Automatismen. Man nehme eine Routine und ersetze sie durch eine andere Verhaltensweise. Im Idealfall etwas was dir Freude macht und du schon lange ändern wolltest.
Wie wir denken und fühlen ist nämlich verknüpft mit unserem Handeln. Also handle neu, wenn du neu fühlen willst.
Zum Beispiel könntest du anstatt dir morgens als erstes einen Kaffee aufzubrühen, ein Buch an einer willkürlichen Stelle aufschlagen und deine Kreativität dazu nutzten die Textstelle so zu interpretieren, dass sie dir eine positive Ausrichtung für deinen Tag schenkt. Dein Gehirn kann so seine Automatismen nicht gewohnt aktivieren und muss umdenken.
Ja, das braucht Zeit und Geduld. Daher suche dir etwas einfaches aus. Und auch nur eine Sache. Und bitte wähle etwas das dir Freude macht. Da lernt es sich leichter und du brauchst keine Disziplin zur Umsetzung.
Wenn dir das gelingt, dann kannst du auf Dauer den Negativitätsbias dazu nutzen, die subtilen Gefahren unseres modernen Lebens zu enttarnen. Finde alles, was nicht passt und nutze dein grenzenloses Bewusstsein dafür nicht mehr nur zu überleben, sondern wirklich zu leben.
Denn nun geht es darum unser Bewusstsein auf die 5. und 6. Dimension anzuheben und unsere Wahrnehmung und Funktionsweise, sollen uns dabei dienen und nicht behindern. Von „du bist viel besser als ich“ hin zu „wir sind beide so genial“.
Du holst den Himmel auf die Erde. Wer soll es machen, wenn nicht du :)
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